Anlässlich der Woche der französischen Gymnasien weltweit zum Thema „Förderung von Kreativität und kritischem Denken im Zeitalter der KI“ wurde ein halber Tag dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) gewidmet, um den Schülern der Vorschule, der Grundschule und der Mittelstufe zu helfen, diese Technologie zu verstehen.
Bildung im Bereich KI: Leitlinien, Diskussionen und begleitete Praktiken in der Mittelstufe
Anlässlich der LFM-Woche wurde ein halber Tag dem Thema KI gewidmet, um den Schüler*innen der Mittelstufe dabei zu helfen, künstliche Intelligenz zu verstehen, darüber zu diskutieren und sie mit Bedacht einzusetzen.
Eine vorab durchgeführte Umfrage ermöglichte es, ihre Nutzungsgewohnheiten, ihre Fragen und ihre anfängliche Sichtweise auf dieses Werkzeug zu ermitteln. Die Lehrkräfte der Mittelschule organisierten daraufhin eine strukturierte Debatte, die sich um drei Positionen drehte: Dafür, Dagegen oder Weder dafür noch dagegen.
Jede Gruppe hat ihre Argumente zusammengetragen, Sprecher bestimmt und an einer offenen Diskussion teilgenommen, auf die ein Austausch mit der Klasse folgte.
Ziel dieser Gespräche ist es, kritisches Denken, das Äußern eigener Meinungen und aktives Zuhören zu fördern.
Anschließend folgte eine theoretische Präsentation, um die Debatte abzurunden und unter Anleitung Folgendes zu erläutern:
• was KI eigentlich ist,
• wie sie funktioniert,
• ihre konkreten Anwendungsbereiche,
• aber auch ihre ethischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen, darunter das wachsende Risiko der Abhängigkeit von KI-Tools.
Diese ersten Schritte bilden die notwendige Grundlage, damit die Schüler*innen fundiert über die Einsatzmöglichkeiten von KI nachdenken können. Sie werden anschließend im Unterricht unter Anleitung genutzt, um ihr Wissen zu vertiefen, ihre kritische Sichtweise zu festigen und KI in verschiedenen Fächern zu erleben.
Das Ziel: Die Schüler dazu anzuleiten, das Tool sowohl in der Schule als auch im Alltag reflektiert, verantwortungsbewusst und fundiert zu nutzen.
Jede Gruppe hat ihre Argumente zusammengetragen, Sprecher bestimmt und an einer offenen Diskussion teilgenommen, auf die ein Austausch folgte.
KI in der Grundschule: Verstehen, sich vorstellen, vergleichen, um das kritische Denken zu fördern
In der Grundschule konnten die Schüler nach einer Erklärung, was KI ist (wie sie funktioniert und wozu sie dient), über ihr Potenzial und ihre Risiken nachdenken und diese in Form von Tabellen zusammenfassen.
In der ersten Klasse überlegten sich die Schüler, wofür sie eine Maschine mit KI nutzen könnten: Rasen mähen, Schokolade herstellen, eine Geschichte vorlesen, Hausaufgaben machen oder sogar ihre Zimmer aufräumen … An Ideen, wie sie ihren Alltag erleichtern könnten, mangelte es nicht!
Die Schüler der dritten Klasse setzten sich mit den Vor- und Nachteilen von Robotern mit KI auseinander. Indem sie ähnliche Argumente wie die Schüler*innen der Mittelstufe anführten, hoben sie das Potenzial der KI hervor, darunter ihre Fähigkeit, Aufgaben ohne Pause zu erledigen, wiesen aber gleichzeitig auf die hohen Produktionskosten der elektronischen Bauteile dieser Roboter sowie auf die Risiken einer invasiven KI hin, die uns überwachen könnte.
Um sich konkret mit den Risiken der KI auseinanderzusetzen, befassten sich die Schüler anschließend mit dem Artikel von Katja Schaer für RTS, in dem der jüngste Skandal um die Kumma-Plüschtiere erwähnt wurde. Tatsächlich stehen diese vernetzten Spielzeuge derzeit in dreifacher Hinsicht in der Kritik: wegen für Kinder ungeeigneter Äußerungen, wegen der Überwachungsrisiken dieser vernetzten Objekte und schließlich wegen der Bedenken von Expert*innen hinsichtlich der Gefahr einer übermäßigen Bindung der Kinder an diese Spielzeuge, die sich auf ihre geistige Entwicklung auswirken könnte.
Durch die eingehende Auseinandersetzung mit dieser Technologie konnten die Grundschüler anhand zahlreicher Beispiele aus ihrem Alltag besser verstehen, was KI ist, wie sie funktioniert, welches Potenzial sie birgt, aber auch welche aktuellen und zukünftigen Herausforderungen sie in Bezug auf Bildung, Gesellschaft und Nachhaltigkeit mit sich bringt.
KI im Kindergarten verstehen: gestalten, vergleichen, nachdenken
In der mittleren und oberen Vorschulklasse haben die Kinder künstliche Intelligenz anhand einer einfachen, aber anschaulichen Aktivität kennengelernt: Sie haben im Wald ein Land-Art-Foto aufgenommen, woraufhin ihre Lehrerin die KI bat, eine „nachgebildete“ Version davon zu erstellen.
In ähnlicher Weise haben die Kinder der unteren Vorschulklasse gemeinsam ein Bild zum Thema „Stadt“ gezeichnet. Ihre Lehrerin hat die KI anschließend gebeten, dieses Bild nachzubilden.
In beiden Fällen haben die Schüler festgestellt, dass die KI (ChatGPT und Canva) nicht immer genau rechnet oder Kinderzeichnungen nicht nachzeichnen kann, die Elemente nicht genau an der richtigen Stelle platziert oder nicht das erstellt, was man von ihr verlangt (eine rechteckige Regenbogensonne), und Zeit braucht – während sie selbst experimentieren, vergleichen und enorm viel Kreativität an den Tag legen!
Dieser Vergleich gab Anlass zu einer Gruppendiskussion: Wozu dient KI? Was kann sie und was nicht? Fazit der Schüler: KI kann dabei helfen, Ideen zu entwickeln und zu veranschaulichen, ersetzt jedoch weder die eigene Handarbeit noch die sinnlichen Eindrücke oder die Zusammenarbeit.
Rückblick auf die Woche im Kindergarten? Ein erster konkreter und spielerischer Ansatz, um Neugier, Sprachfähigkeit und kritisches Denken zu fördern.
Um die Karte der am AEFE beteiligten Schulen im SECO-Gebiet einzusehen: https://aefe.maps.arcgis.com/apps/instant/sidebar/index.html?appid=a259cf0289dd4b2295a71c556b30a069
